| Bibliothek |
| Prolog |
| Thomas H. Jäkel |
| Stunden und Tage verstreichen
unauffällig und die allgegenwärtige Hektik des Alltags erlaubt kaum
einen Moment der Besinnung, der inneren Einkehr, der Ruhe. Doch dann
sind da auch die Momente, in denen wir plötzlich erstarren, in denen wir
in uns gehen und uns an das erinnern, was wir einst als Ganzes empfunden
haben. Ein Bild, ein Wort, ein Klang oder nur ein flüchtiger Gedanke
kann unser Leben so nachhaltig verändern, dass wir uns auch viele Jahre
später noch daran erinnern können und wissen, dass dieser eine Moment
unser Leben in seiner Einzigartigkeit geprägt, verändert oder
mitbestimmt hat. Diese Momente beinhaltet das Kapitel „Bibliothek“. Hier verwahre ich die Werke anderer Menschen, die mich angehalten haben und mich zur Ruhe brachten. Hier finden sich Gedanken, Themen, Bilder, Bücher, Musikstücke oder einfache Zitate, die im Laufe meines Lebens eine wichtige Bedeutung hatten und aus mir das gemacht haben, was ich heute bin. Es sind Splitter dieser einen Wahrheit, die wir immer wieder und unablässig suchen, die uns all die Schönheit und Zuversicht in unsere hiesige Existenz bringt und uns zumindest manchmal vergessen lässt, wie sich Leid und Not gegen das Glück stemmen, das uns allen vorherbestimmt ist. Es sind die unsterblichen Zeichen der ganzheitlichen Seele, die aus den Körpern der Einzelnen sprechen. Es sind die Werke der Poeten und Musiker, der Dichter und Denker, der Maler und Philosophen, die sich verfestigt haben und uns den Weg zu dieser Wahrheit zeigen. Es gibt keine Geheimnisse, alles liegt genau vor uns, wenn wir es nur sehen wollten. |